Suchen Sie nach der passenden Pinbelegung, um ein volldigitales Mercedes-Benz Kombiinstrument (Widescreen Cockpit) auf dem Tisch zu flashen oder zu codieren? Viele Werkstätten und Fahrzeugbesitzer suchen nach Lösungen für den Tacho der Modellreihen E-Klasse W213, S-Klasse W222 Facelift, G-Klasse W463 oder CLS C257 / A238 / C238. In Diagnosesystemen wird diese Tachogeneration officially als IC213 bezeichnet (bzw. IC213_IC205 bei Modellen wie der C-Klasse W205 Facelift, GLC X253 Facelift mit NTG 6 oder AMG GT R190). Meistens ist dieses Kombiinstrument in Fahrzeugen mit dem Infotainmentsystem NTG 5.5 verbaut.
Die gute Nachricht für Sie: Die Hardware-Architektur und die Pinbelegung für den Bench-Mode sind bei all diesen Varianten absolut identisch! Im Folgenden erklären wir Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie diese Steuergeräte im Bench-Mode (Tisch-Betrieb) für eine Remote-Programmierung über eine kompatible Diagnosesoftware vorbereiten.
Jegliche Arbeiten am Steuergerät, der Anschluss im Bench-Mode sowie die Verwendung von Diagnosesoftware erfolgen vollständig auf eigene Gefahr und eigenes Risiko des Anwenders. Die Autoren, Entwickler und Anbieter dieses Leitfadens übernehmen keinerlei Haftung für etwaige Schäden, Fehlfunktionen, Datenverluste, Defekte an der Fahrzeugelektronik oder dauerhafte Beschädigungen der Steuergeräte (z. B. durch Kurzschlüsse, Verpolung oder Spannungsabfälle). Stellen Sie vor dem Einschalten sicher, dass alle Kabelverbindungen korrekt isoliert sind und eine stabile Spannungsversorgung gewährleistet ist.
1. Benötigte Komponenten für den Tisch-Anschluss
- Netzteil: Stabilisiertes 12V DC Labornetzteil (mindestens 2-3 Ampere, um Spannungsabfälle beim Flashen zu verhindern).
- OBD-Interface: Kompatibler Diagnose-Adapter.
- Widerstand: 120 Ω Abschlusswiderstand (wichtig für die CAN-Bus-Terminierung im Bench-Mode).
- Prüfwerkzeug: Multimeter zur Kontrolle der anliegenden Spannung.
Hinweis: Für die Durchführung dieser Operationen sind ausschließlich die Diagnoseadapter Mercedes C4 / C6, VCX SE, Skanmatik sowie andere professionelle J2534-Adapter geeignet.
2. Pinbelegung: OBD-Adapter & Kombiinstrument
Achten Sie penibel darauf, dass alle Kabel fest sitzen. Ein Kurzschluss kann das Kombiinstrument dauerhaft beschädigen.
A. OBD-Adapter (Buchsenseite)
Verkabeln Sie die Pins Ihres OBD-Interfaces gemäß folgendem Plan:
- PIN 16: +12V Dauerstrom (Pluspol)
- PIN 4 & 5: Masse (GND)
- PIN 6: CAN-High
- PIN 14: CAN-Low

B. Tacho-Stecker (Rückseite)
Schließen Sie die entsprechenden Leitungen an den Hauptstecker auf der Rückseite des Tachos an:
- PIN 12: +12V Spannungsversorgung
- PIN 11: Masse (GND)
- PIN 1: CAN-High
- PIN 2: CAN-Low

3. Wichtiger Praxis-Hinweis: Die 120 Ω CAN-Bus Terminierung
Der häufigste Grund, warum eine Tacho-Remote-Programmierung auf dem Tisch fehlschlägt, ist ein fehlender Abschlusswiderstand. Da außerhalb des Fahrzeugs kein CAN-Netzwerk existiert, müssen Sie zwingend einen 120 Ω Widerstand direkt zwischen CAN-High (Pin 1) und CAN-Low (Pin 2) klemmen. Ohne diesen Widerstand bricht die Kommunikation mit der Diagnosesoftware sofort ab.
4. Schritt-für-Schritt-Verkabelung
- Spannung prüfen: Netzteil einschalten, mit dem Multimeter stabile 12V prüfen, Netzteil wieder ausschalten.
- Pins verbinden: Strom- und Datenleitungen laut Belegung mit dem Tacho-Stecker verbinden.
- Widerstand einsetzen: Den 120-Ohm-Widerstand nah am Tacho-Stecker zwischen die CAN-Leitungen (High und Low) einbringen.
- Interface anschließen: OBD-Adapter mit dem PC verbinden und Diagnosesoftware starten.
- Einschalten: Netzteil aktivieren. Das Widescreen-Display sollte kurz reagieren. Das System ist nun bereit für den Remote-Zugriff.
5. FAQ – Häufig gestellte Fragen (Troubleshooting)
Passt diese Anleitung auch für Tachos aus der C-Klasse (W205) und dem GLC (X253)?
Ja. Obwohl das Gehäuse anders geformt ist (passend für das jeweilige Cockpit), ist die interne Elektronik identisch. Die Pinbelegung (Pin 12/11 für Strom, Pin 1/2 für CAN) bleibt exakt gleich.
Warum erkennt das Diagnosesystem das Kombiinstrument im Tisch-Betrieb nicht?
Prüfen Sie, ob CAN-High und CAN-Low vertauscht wurden. Stellen Sie zudem sicher, dass der 120-Ohm-Widerstand festen Kontakt hat und nicht locker sitzt. Überprüfen Sie auch, ob die Versorgungsspannung konstant bei 12V liegt.
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